Bevor ich mich definitiv für das Thema meiner Arbeit entschied, informierte ich mich darüber, wie viele Informationen dazu vorhanden sind. Ich sprach den Direktor unseres Vereins an, ob er sich als Ansprechpartner zur Verfügung stellen würde. Weiter fragte ich unseren Ehrenpräsidenten, ob ich die Fragebogen in seiner Motorradwerkstatt auflegen dürfte. Dort verkehren täglich Harley-Fahrer. Von jeder Seite bekam ich Zustimmung und deshalb hielt mich nichts mehr davon ab, meine Arbeit über Harley-Davidson zu verfassen.
Als Feldarbeit wollte ich einen Fragebogen erstellen. Dies war gar nicht so einfach. Ich wollte ihn so gestalten, dass kein grosser Aufwand für die Befragten entstand. Auch musste ein klares Ergebnis sichtbar sein und Verknüpfungen sollten zwischen den Fragen hergestellt werden können. Es benötigte einige Zeit und mehrere Fassungen bis der Bogen fertig war. Vor den zehn Fragen stand ein kurzer Einleitungstext, worum es sich handelt, damit sich die Personen etwas darunter vorstellen konnten.
Die Frage Nummer sieben „Warum fährst du Harley-Davidson?“ versteckte meine Absicht. Eine der möglichen Antworten, die man Ankreuzen konnte, lautete Freiheitsgefühl. Die darauffolgende Frage sollten nur jene beantworten, denen das Freiheitsgefühl wichtig ist. So konnte ich direkt herausfinden, was die Bedeutung von Freiheit für den Befragten darstellt. Ich positionierte die Frage zum Freiheitsgefühl auf der hinteren Seite des zweiseitigen Bogens, damit man sich vom Titel “Harley-Davidson - Schlüssel zur Freiheit“ nicht beeinflussen liess.
Nach meinem Wissensstand ist noch keine Untersuchung zum Thema Freiheitsgefühl in Bezug auf Harley-Davidson durchgeführt worden. Deshalb gibt es praktisch keine Literatur zum Thema. Mein Wissen stammt weitgehend aus Büchern und aus eigener Erfahrung.
Um mein Hintergrundwissen zu verbessern, las ich Texte von verschiedenen Quellen aus dem Internet oder Büchern. Schnell stellte sich heraus, dass das Internet viele Tücken aufweist. So waren die genannten Jahreszahlen von Seite zu Seite oft unterschiedlich oder die Information nicht verständlich. Ich griff dadurch wieder vermehrt auf Bücher zurück oder verglich die Texte miteinander. Weiter beschaffte ich mir Informationen bei Experten auf diesem Gebiet.
Den Bogen verteilte ich ausschliesslich an Harley-Davidson Fahrer an der Love Ride Switzerland (eine Benefizveranstaltung zu Gunsten muskelkranker und behinderter Menschen), wo sich Motorradfahrer von überall her treffen. Harley-Davidson ist einer der Hauptsponsoren dieses Anlasses. Die meisten waren von meiner Idee, eine Arbeit über Harley-Davidson zu verfassen begeistert, was mich noch mehr motivierte. Darüber hinaus lernte ich einige neue Leute kennen.
An der Love Ride Switzerland stand ich bei Unklarheiten zur Verfügung. Wie vorhergesehen hielten sich diese aber in Grenzen.
Ausserdem habe ich einige Fragebogen in der oben genannten Werkstatt ausgelegt. Ausgefüllt wurden insgesamt 54 Fragebogen, wovon zwei unbrauchbar waren.
Die Befragten durften zehn Fragen beantworten. Die ersten drei Fragen handelten davon, wie sie zu Harley-Davidson kamen, welcher Organisation oder Gruppierung sie angehören sowie welches HD-Modell sie fahren. Die vierte Frage wurde schon persönlicher. Ich wollte wissen, wie viel Freizeitgeld der Befragte in HD investiert. Daraus konnte ich ableiten, ob es für einen Fahrer z.B. wichtig ist, viele Harley Artikel zu besitzen oder Umbauten an der Harley zu vollziehen. Natürlich konnte ich nur spekulieren, wofür das Geld ausgegeben wird. Die Fragen fünf und sechs bezogen sich auf das Fahren, wie oft oder wohin. Die für mich wichtigste Frage war Nummer sieben. Wie oben angesprochen führte ich hier erstmals den Begriff “Freiheitsgefühl“ in einer Frage auf. Diese leitete die darauffolgenden Nummern acht und neun ein. Die letzte Frage Nummer zehn diente meinem eigenen Interesse. Da wollte ich wissen, ob sich ihre Vorstellungen und Erwartungen vom HD-Fahren erfüllt haben. Die Ergebnisse trug ich in eine Excel-Tabelle ein. Für mich bot das eine bessere Übersicht. Ich konnte meine Auswertungen immer wieder elektronisch abrufen.